Der Festungsgürtel von Straßburg

Der Festungsgürtel wurde zwischen 1872 und 1890 von den Preußen errichtet, um Straßburg im Falle eines Angriffs zu verteidigen. Die meisten militärischen Anlagen am Festungsgürtel können heute besichtigt werden.

Ein Festungsgürtel weit über die Stadtmauern hinaus

Die Belagerung Straßburgs 1870 hatte die alten Befestigungsanlagen der Stadt stark in Mitleidenschaft gezogen. Nach der Annexion beschlossen die preußischen Behörden, sie wiederaufzubauen und Straßburg und seine Umgebung darüber hinaus durch eine moderne Befestigungsanlage mit Zugängen und Verbindungswegen zu sichern. Zu dem Befestigungswall rings um die Stadt kam damit ein Festungsgürtel hinzu, der sich bis zu den Straßburger Vororten und sogar bis in manche Dörfer des Elsass erstreckte.

19 Bauwerke im Großraum Straßburg und in Baden-Württemberg

Zwischen 1872 und 1876 wurden 12 Forts errichtet, zwei weitere entstanden zwischen 1876 und 1882. Fünf Anlagen, die zwischen 1885 und 1890 gebaut wurden, ergänzten das militärische Ensemble. Nur drei der insgesamt 19 Verteidigungsanlagen befinden sich rechtsrheinisch in Baden-Württemberg, die übrigen liegen auf dem heutigen Gebiet der Straßburger Stadtgemeinschaft. Ursprünglich trugen die Forts die Namen deutscher Generäle, nach dem Ersten Weltkrieg wurden sie auf die Namen französischer Generäle umgetauft.

Militärgeschichte auf dem Radweg zu den Forts

Die Festungen mit ihren dicken Mauern weisen allesamt eine ähnliche Bauweise auf: sie bestehen aus einem vorgelagerten Waffenplatz, einem Pulvermagazin, Kasernen, Küchen, dem Lazarett, Kasematten und Wachhäusern. Manche von ihnen werden von örtlichen Vereinen verwaltet, die auch Führungen anbieten, z.B. Fort Rapp in Reichstett und Fort Frère in Oberhausbergen. Von außen können alle Anlagen besichtigt werden – nämlich über den 85km langen, grenzüberschreitenden Radweg zu den Forts.